Stichwort Himmelfahrt

Der Jesus, der Christus, geht. Er geht, damit er im Heiligen Geist überall bei seinen Jünger*innen sein kann, über die Grenzen von Raum Zeit hinweg: "Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel? Dieser Jesus wurde aus eurer Mitte in den Himmel aufgenommen. Er wird auf dieselbe Weise wiederkommen, wie er vor euren Augen zum Himmel weggegangen ist."

Als Indiz für diesen in der Apostelgeschichte erzählten Weggang von Jesus wird sein angeblich letzter Fußabdruck auf dem Jerusalemer Ölberg in einer kleinen Kapelle gezeigt: Eine kleine Vertiefung in einem Stein, der im Laufe der Zeit von den Berührungen der Menschen blankpoliert wurde. Dieses kleine Gotteshaus steht an der Stelle, von wo aus Jesus in den Himmel gefahren sein soll.

 

Ein Trostwort als Versprechen

Mit diesem einschneidenden Höhepunkt beginnt die Apostelgeschichte in der Bibel. Nach seiner Auferstehung an Ostern war Jesus 40 Tage mit seinen Jüngern zusammen und sagte bei dieser letzten Zusammenkunft ihnen ein Trostwort: "Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen. Dann werdet ihr meine Zeugen sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde" und "nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben. Eine Wolke nahm ihn auf, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnten".

 

Jesus geht, um bei uns allen zu sein

Das können wir uns nur schwer vorstellen. Im Mittelalter war es mancher Orts Brauch, die Himmelfahrt begreifbar zu machen. Da wurden Christusstatuen durch Luken im Kirchendach nach oben gezogen und im Anschluss daran regnete es Oblaten als Zeichen dafür, dass Christus im Abendmahl bei den Menschen ist.

Diese Inszenierungen verdeutlichen eine tiefe Glaubenswahrheit, dass Jesus "im Himmel" fortlebt - in einer unsichtbaren, göttlichen Sphäre, die jenseits der sichtbaren Welt existiert und doch gleichzeitig in ihr wirksam ist. Die deutsche Sprache hat hierfür keine treffenden Worte, im Englischen ist es das Wort "heaven", im Unterschied zu "sky", was den Himmel meint, an dem wir die Wolken ziehen sehen.

Die Erzählung der Himmelfahrt Jesu Christi weist auf das Kommen des Heiligen Geistes. Damit ist Pfingsten als Fest einige Tage später die Fortsetzung der Himmelfahrtsgeschichte. Der Jesus, der Christus, der Retter aus Schuld und Tod, geht. Er tut dies, um im Heiligen Geist überall bei seinen Jüngerinnen und Jüngern sein zu können, hinweg die Grenzen von Raum Zeit.

 

Himmelfahrt und Vatertag

An Himmelfahrt feiern viele Gemeinden Gottesdienste im Grünen. In der katholischen Kirche finden anlässlich des Himmelfahrttages Prozessionen statt.
Manche sind der Auffassung, dass die "Vatertags"-Ausflüge die es seit Anfang der an diesem Tag stattfinden, hier ihren Anfang nahmen.
Ein Zusammenhang mit dem christlichen Feiertag Himmelfahrt besteht aber nicht. - Es spricht aber nichts dagegen und vieles dafür, den Ausflug mit dem Besuch eines Gottesdienstes im Grünen zu beginnen.